CAGED steht für die fünf offenen Akkordgriffe C, A, G, E und D, die die meisten Gitarrenanfänger als Erstes lernen. Jeder dieser Griffe lässt sich mit einem Barré nach oben verschieben und ergibt dann denselben Akkord an einer anderen Stelle des Griffbretts.
Reiht man alle fünf verschobenen Formen hintereinander, überlappen sie sich lückenlos und decken so das gesamte Griffbrett ab – die Reihenfolge C → A → G → E → D → (wieder C, eine Oktave höher) wiederholt sich immer wieder. Das CAGED-System hilft dabei, dieselben Töne und Akkorde in verschiedenen Lagen wiederzuerkennen, sich auf dem Griffbrett zu orientieren und später auch Tonleitern und Soli an diesen vertrauten Formen auszurichten.
Diese Roadmap gibt einen Einblick in das CAGED-System und erklärt einige Hintergründe dazu. Weitergehend soll die Roadmap helfen, grundlegende Musiktheorie mit dem CAGED-System auf der Gitarre zu verknüpfen.
Zum weiteren Erkunden des CAGED-Systems empfehlen wir den CAGED Explorer →
Beim E-Shape liegt der Grundton auf der tiefsten Saite – in der Standardstimmung der tiefen E-Saite. Der Akkordgriff lässt sich, wie alle Shapes im CAGED-System, per Barré über alle Bünde verschieben und so auf jede Note dieser Saite anwenden.
Beim A-Shape liegt der Grundton auf der zweittiefsten Saite, der A-Saite. Will man einen Akkord mit Grundton auf der A-Saite spielen, empfiehlt sich daher dieses Shape. Auch dieser Akkordgriff lässt sich per Barré über alle Bünde verschieben und so auf jede Note dieser Saite anwenden. Der Ton auf der A-Saite ist die Quarte der Note auf der E-Saite; umgekehrt ist der Ton der E-Saite die Quinte der Note der A-Saite. Beide sind somit direkt miteinander verwandt und kommen in vielen Musikstücken gemeinsam vor.
Beim D-Shape liegt der Grundton auf der dritttiefsten Saite, der D-Saite. Will man einen Akkord mit Grundton auf der D-Saite spielen, empfiehlt sich daher dieses Shape. Auch dieser Akkordgriff lässt sich per Barré über alle Bünde verschieben und so auf jede Note dieser Saite anwenden. Zwischen D- und A-Saite gilt dieselbe Quart-/Quint-Beziehung wie zuvor zwischen A- und E-Saite: Der Ton auf der D-Saite ist die Quarte der Note auf der tieferen A-Saite, umgekehrt ist der Ton der A-Saite die Quinte der Note der D-Saite. A- und D-Saite gehören damit eng zusammen.
Beim G-Shape liegt der Grundton auf der G-Saite – wieder eine Saite höher als beim D-Shape. Will man einen Akkord mit Grundton auf der G-Saite spielen, ist dieses Shape die passende Form. Wie die übrigen Shapes lässt sich der Griff per Barré über alle Bünde verschieben und so auf jede Note der G-Saite anwenden. Zwischen D- und G-Saite gilt erneut dieselbe Quart-/Quint-Beziehung: Der Ton auf der G-Saite ist die Quarte der Note auf der tieferen D-Saite, umgekehrt ist der Ton der D-Saite die Quinte der Note der G-Saite.
Beim C-Shape liegt der Grundton auf der B-Saite (in Deutschland oft H-Saite genannt) – der nächsthöheren Saite nach der G-Saite. Will man einen Akkord mit Grundton auf der B-Saite spielen, bietet sich dieses Shape an. Auch dieser Griff lässt sich per Barré über alle Bünde verschieben.
Hier gibt es allerdings eine Besonderheit: Anders als bei allen bisherigen Saitenpaaren sind G- und B-Saite nicht im Abstand einer Quarte, sondern einer großen Terz gestimmt. Der Ton auf der B-Saite ist daher die große Terz der Note auf der tieferen G-Saite. Diese eine Ausnahme in der Gitarrenstimmung ist der Grund, warum sich die Fingersätze ab der B-Saite leicht verschieben – und warum sich das C-Shape etwas anders greift als die vorigen Formen.
Über der B-Saite folgt die hohe E-Saite – und für sie greift wieder das E-Shape, mit dem die Roadmap begonnen hat. Die fünf Formen E, A, D, G und C decken so lückenlos das gesamte Griffbrett ab und gehen ineinander über.
Wer die Beziehungen zwischen den Saiten verinnerlicht – meist eine Quarte, an einer Stelle eine große Terz –, findet denselben Akkord künftig in jeder Lage wieder.